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Discussion Starter #1
Da ich dieses Jahr erstmalig in RSA zur Bogenjagd gehe, stellt sich mir die Frage der Kleidung.

Irgendwie sieht das schon bissel eigenartig aus, wenn man sich die Bilder im Netz dazu betrachtet. Männer mit Camo, Gesichtsmasken, schwarzen Handschuhen usw. sitzen auf vier Meter hohen Plattformen in der Steppe oder lauern im Blind absolut farbenblinden Tieren auf.

Bitte nicht falsch verstehen die Frage, ich will keinen verurteilen, der sowas gerne trägt.

Aber jetzt mal ohne S*c*h*e*i*ss: Ist das wirklich sinnvoll oder nötig?
 

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Der Koffer mit meinen Camoklamotten ist einmal nicht in Namibia angekommen (war dann erst zu Hause wieder da :mad: ).

Deshalb musste ich eine Woche lang in Khaki-Zeug pirschen und bin auch teilweise auf 15m an das Wild rangekommen. Allerdings immer nur in Deckung hinter Gebüsch. Ich konnte nicht einen einzigen Abschuss verbuchen, denn um schießen zu können, musst Du ein klein wenig freien Raum vor Dir haben - und das reicht dann schon ohne Camo, dass Du als Kalkleiste wie eine Alarmsäule aufleuchtest. Selbst die vorgestreckte, unbehandschuhte Bogenhand im dunklen Blind reicht aus, um als Warnsignal gesehen zu werden.

Also: Camo ist kein Scheiß, sondern die absolute, unabdingbare Voraussetzung, wenn Du auf der Pirsch auch Beute machen willst. Im geschlossenen Ansitz reicht natürlich ein dunkler Handschuh für die Bogenhand, alles andere ist Wurst.

Ich finde übrigens auch, dass man vor allem in Asat-Camo aussieht, als würde man noch im Schlafanzug rumlaufen. Und wenn es auf einer Lodge auch Nicht-Jäger gibt, kannst unmöglich im Camo zum Frühstück kommen - finde ich wenigstens. Aber das lässt sich eben nicht ändern.

Ich habe mehrere Camos durchprobiert. Armee-Camo kannst vergessen, da sind oft Blau-Anteile in den Farben und das Wild erkennt zwar keine Konturen, aber Blau ist unnatürlich und führt zur Flucht. Ganz ordentlich funktioniert das "Schlafanzug-Camo" Asat. Ganz hervorragend funktioniert der "Leafy Suit", ein Mesh-Gewebeanzug mit aufgenähten Blättern, den man sich einfach über die normale Kleidung zieht (auch über T-Shirt und Short). Dann muss ich mich in der Lodge nicht dumm anschauen lassen, schwitze nicht und ziehe das Zeug erst über, wenn ich im Revier vom Pickup steige. Die fotorealistischen Camos wie Realtree etc. werden überschätzt. Sie sind oft zu kleinteilig und das wirkt unter Umständen kontraproduktiv: Wichtig ist es, die Konturen aufzulösen, die "Bilder" auf dem Stoff wie Blätter, Äste etc. werden vom Wild sowieso nicht wahrgenommen. ABer auch das ist besser als gar kein Camo.
 

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Beim pirschen in S.A. ist camo ein absolutes muss !!! Im Ansitz brauchst Du keins, solange die Sonne nicht direkt hinein scheint. Sollte die Sonne den Innenraum des Blinds erhellen, spricht es für die Qualität der Jagdfarm.
Mein Freund ( ein Süd Afrikaner ) bestreitet seit 10 Jahren seinen Fleischbedarf durch die Bogenjagd vom Blind aus, ich habe ihn noch nie ohne seine blaue Arbeitslatzhose gesehen.
Ich werde mir im Blind auch kein Camo mehr anziehen, da ich nicht mehr auf Trophäenfotos mit bestimmten Artikeln der Industrie hausieren muss.
Mein nächster Jagdurlaub ist vom 27. Januar bis 11. März in S.A., das ist eine Jahreszeit, in der es Wasser und Gräser in Überfluss für die Tiere gibt. Der Ansitz vom Blind aus wird also nicht erfolgversprechend sein, oder nur Jungtiere werden die Wasserlöcher besuchen, ich werde also nur durch die Pirsch zum Jagderfolg gelangen, durch diese Bedingungen wird es unerlässlich sein ein gutes Camo zu tragen.
 

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Ich habe mehrere Camos durchprobiert. Armee-Camo kannst vergessen, da sind oft Blau-Anteile in den Farben und das Wild erkennt zwar keine Konturen, aber Blau ist unnatürlich und führt zur Flucht.
Hallo,

das primäre Problem an den Blauanteilen ist, dass da häufig der UV-Bereich mit (wenigstens teilweise) abgedeckt wird. Da das Wild keinen UV-Filter im Auge hat, ist dies verheerend.
Man steht auf 200 Meter vor einem Wald im halb Dunklen, bewegt sich ein bisschen, das Wild springt ab. Man fragt sich, wie kann das sein, dabei leuchted man im Auge des Wildes wie ein Glühwürmchen (was der Mensch nicht sehen kann).
Daher verbieten sich auch Waschmittel mit optischen Aufhellern.

Gruß Rolf
 

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Die Diskussion über Tarnung bei der Jagd ist neben der Kaliberdiskussion sicher die häufigste und wurde hier ja auch schon ausgiebig erörtert. Dass besonders ausgewaschene BW Klamotten eine für den Jäger sehr unglückliche Farbe haben ist auch klar und wenn ich das vor 25 Jahren gewusst hätte, hätte ich nie so lange auf die klassische BW Hose olivgrau geschworen.

Im Nachhinein macht es ja auch Sinn, dass Pflanzenfresser das helle Grün junger Triebe besser sehen können, als verdörrtes Gras.

Generell sind die meisten Militärcamos eben für die Menschen und nicht für das Wild gemacht. Ich frage mich z.Bspl. warum das bei den US Streitkräften eingeführte Digital Camo immer häufiger in jagdliche Bereiche Einzug hält, den gerade diese hat den von Bearwolf geschilderten blauen Anteil und müsste gerade für das Wild besonders sichtbar sein. Ich vermute, es steckt doch mehr die Intension zu verkaufen dahinter, als zweckmäßig zu tarnen.

Gerade in den USA spielt der Patriotismus eine große Rolle und wenn „unsere Jungs“ in Afghanistan Digital Camo tragen, wird es als Schaft von meiner Armbrust oder als Bezug meiner Thermosbuddel ja nicht schlecht sein, meinen vermutlich viele Käufer.

Der klassische Ghilie schafft es sicher die verräterischen Konturen dank seines Laubbehanges zu verwischen und trotzdem ist es erstaunlich, wieso ich schon mehrmals bei Bewegungsjagden von Fuchs und Rehwild vertraut passiert wurde, wenn ich meine ASAT Jacke trug. ASAT ist für den Menschen – gerade in unseren Breiten - relativ gut sichtbar, scheint aber vom Wild nur bedingt wahrgenommen zu werden oder die Konturen zu verwischen.

Ich vermute, der Erfolg liegt im Kontrast, der für das menschliche Auge, die Sichtbarkeit eher erhöht.

Wenn sich auf unterschiedlichen Kontinenten, mit vollkommen unterschiedlicher Vegetation, sehr ähnliche kontrastreiche Fellfarben bei sogenannten Überraschungsjägern ausgebildet haben, kann es doch eigentlich kein Zufall sein, oder?

Ich denke besonders an Jaguar, Serval, Ozelot, Tiger, Jaguar, Gepard, Leopard usw., die ein besonders kontrastreiche Fellfarbe haben und frage mich, wie ein gelboranger Jaguar oder Tiger vor immergrüner Kulisse vom Wild solange unentdeckt bleibt.

Ich weiß nicht was in Afrika „in“ ist, frage mich aber, ob der vorgenannte Grund ein Erklärung für den Erfolg Farben wie ASAT oder Predator sein könnte.
 

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Ohne jetzt viel Reklame für ASAT machen zu wollen, verwischt diese Camo wirklich die Umrisse. Ich stand 15 Meter vom Wasserloch entfernt aufrecht und wurde nicht von einer 15 Stück großen Herde Springböcke und 6 Impalas wahrgenommen. Erst als die Paviane im Berg hinter mir anfingen zu bellen war es mit der Ruhe aus.
Genauso gut ist aber auch das Sniper Afrika Camo, welches man günstig in jedem Gunshop kaufen kann.

P.S.
Beide Camos funktionieren auch erstklassig hier bei Reh und Schwarzwild:wink::thumbs_up
 

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Mir kommt da gerade so´ne Idee:
wie wär´s, ihr begnadeten Hobby- bzw. Profifotografen, macht mal Bilder von normalen Jagdklammotten u. Camo, so wie es das Wild sieht (mit Filtern od. so). Also stark in den UV-Bereich verschoben, mit teilweisem Ausschluß der roten Farbanteile. Od. kann man das am Computer nachbearbeiten?
Ich kann mich noch an einen Beitrag von Dugga erinnern, wo er mal ähnliches mit seinem ASAT-Anzug gemacht hat.
Siehe auch diese Threads: http://www.archerytalk.com/vb/showthread.php?t=97088&page=3
und http://www.archerytalk.com/vb/showthread.php?t=354243&highlight=Camo
 

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Discussion Starter #9
Die alten Beiträge sind sehr interessant, Danke an alle.

Mir persönlich sagt, wenn es überhaupt CAMO sein muss, dann irgendwas grobes wie Predator zu.

Aber mit den farbverfälschten Fotos, das ist eine gute Idee. Ich werde nachher beim Hundespaziergang mal die Kamera mitnehmen und paar Bilder in "falbfarbenem Outfit" machen lassen.
 

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Discussion Starter #10
So, hier mal ein grauer Versuch.

Entfernung ca. 20 Schritt,

Mensch: beige Hose, grün kariertes kurzärmeliges Hemd, graue Umhängetasche

Deutscher Schäferhund: Fell grau/braun
 

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Discussion Starter #11
Mal noch zwei, das eine aus ca. 5 Meter. Also meine Zweifel am generellen Sinn von Camo wachsen - falls die Tiere wirklich nur Graustufen sehen können.
 

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Hier nun ein Bild von der letzten Ungarnjagd.
Schwarz/Weiß mit Blauanteil 25 %.
Distanz 10 Meter.
Camo: ASAT

Gruß Rolf

PS.: Der Jäger steht dort mit einem Recurve Bogen in seiner linken Hand ;)
 

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Also meine Zweifel am generellen Sinn von Camo wachsen - falls die Tiere wirklich nur Graustufen sehen können.
Dann hast Du nicht verstanden, worum es geht. Du bist ein Mensch, das Wild hat andere Kriterien:

Die Farbe ist die eine Sache - eben möglichst wenig davon, was das Wild sieht, sei es Blau oder was anderes.

Die andere Sache sind die Konturen: Schau Dir mal Dein s/w Bild an - vor allem der Mensch hebt sich durch scharfe Umrisse von der Umgebung ab. Die einfarbig graue Fläche verstärkt das nur noch. Camo hingegen "verwischt" diese Konturen, löst sie in der Umgebung auf. Der Hund übrigens ist besser "getarnt"

Die dritte Sache ist die Bewegung. Wild reagiert auf Bewegung. Schlimm genug, wenn man mit Camo rumhampelt, aber wenn das dann auch noch mit einer definierten Kontur einhergeht - und tschüss!
 

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Wir gehen zur Jagd und nicht zur Modenschau!!

Außerdem sind wir Bogen-Jäger und keine Dressman!!


Also ==> CAMO !!

Gruß GT
 

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:ROFLMAO:

zwischen einem Dressman und einem, der im ASAT-Schlafanzug rumläuft, könnte der Unterschied nicht größer sein! Da gibt's noch Abstufungen, oder?
 

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Discussion Starter #17
Ihr habt mich zwar nicht überzeugt, aber ich kaufe mir jetzt trotzdem "Predator FALL GREY". (ASAT ist einfach zu schlimm :pukey: )

Aber wenn ich in den ersten Tagen paar vernünftige Abschüsse habe, dann gehe ich den Rest der Zeit im weißen Hemd! :D:D
 

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kein Thema, mach was Du für richtig hältst - aber 1 Woche dümmlich rumpirschen und nur Antilopenärsche aus 150 m von hinten sehen hat noch jeden katholisch gemacht. :amen:

Und zumindest kannst Du Dir dann nicht vorwerfen lassen, Du würdest Erfahrungen anderer kritiklos für Dich übernehmen :wink:

:elch::elch::elch::elch::elch::elch::elch:
 

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Die dritte Sache ist die Bewegung. Wild reagiert auf Bewegung. Schlimm genug, wenn man mit Camo rumhampelt, aber wenn das dann auch noch mit einer definierten Kontur einhergeht - und tschüss!
Spaß beiseite, meiner Meinung nach das Wichtigste überhaupt!!

No Movement!!

Davon ab, habe meine schönsten Jagderfolge in Predator Camo, Brown Deception, gehabt.:thumbs_up

:darkbeer::darkbeer:

Grüße GT
 

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Was ja auch ganz gut sein soll als Camo ist dieses Sniper Camo, das man da unten in Nam. in den (dem) Waffenladen bekommt (hab ich hier irgendwo mal gelesen).
 
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