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Hallo erstmal!

Ich habe mir mal die Bilder von euren Bögen angeschaut, und mir ist aufgefallen das eigentlich alle mit nem Compound schießen.

Warum schießen denn die wenigsten von euch mit nem LB oder RC (und somit Instinktiv)?







Goshawker
 

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Ich kann nur für mich aus der Jägerperspektive sprechen.

Ich mag moderne Technik und für mich ist das Ziel auch das Ziel und nicht der Weg.
Oder kurz: Ich schieße um zu treffen und das reproduzierbar.

Mit dem Tradbow geht das zwar auch einigermaßen, aber es erfordert dazu einen Trainingsaufwand, den man als normalarbeitender Mensch kaum erbringen kann. Selbst mit viel Talent.

Im Bogensport ist das natürlich egal, aber eben nicht auf der Jagd.

Trotzdem mag ich schöne Hölzer und schätze sehr die Handwerkskunst, die in Tradbows eingebracht werden...aber nur schön reicht mir eben nicht.

DB
 

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Hallo erstmal!

Ich habe mir mal die Bilder von euren Bögen angeschaut, und mir ist aufgefallen das eigentlich alle mit nem Compound schießen.

Warum schießen denn die wenigsten von euch mit nem LB oder RC (und somit Instinktiv)?
Goshawker
Ich weiß es ist unhöflich eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten aber
wieso schiesst du keinen Compound???

in diesem Sinne
Pirate
 

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Big Damn Arrow Slinger
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Mich als Nicht-Jäger reizt einfach die Präzision des Compound und die Technik. Es gibt natürlich wunderschöne Jagdrecurves, aber ich konnte vom Schießen her nie richtig warm mit denen werden. - Hab sogar mal nen Holmegaard gebaut.
Mir fehlt einfach Scope, Release, Stabis, und ne harte Wand.
 

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Discussion Starter · #5 ·
Ich weiß es ist unhöflich eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten aber
wieso schiesst du keinen Compound???

in diesem Sinne
Pirate
Wer hat denn überhaupt behauptet das ich Schiesse??

Nein Spass bei Seite, schiessen kann man das was ich mit meinem rc mache wirklich net nennen! Ich versuche halt die Scheibe zu treffen (und das auf 10-15 m).
Bin halt nen blutiger Anfänger der obendrein auch noch nicht wirklich lust aufs schiessen im Verein hat. :pukey:

Ich habe mich halt fürn rc entschieden da er optisch was bietet (sieht halt nach Bogen aus) und so lange man vieleicht nicht gerade Big5 Schießen möchte, denke ich taugt der auch (vorausgesetzt natürlich man KANN schiessen). Ich bin Halt nen bischen rustikaler (back to the roots) veranlagt.
Auf jedenfall hat es mich schon gewundert das (hier) wohl ausschließlich Compound geschossen wird.



Goshawker
 

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> Auf jedenfall hat es mich schon gewundert das (hier) wohl ausschließlich Compound geschossen wird.

Nicht ausschließlich. ;)

Black Widow..


Gruß Frank
 

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ebenfalls,

ich schiesse auch zwischendurch rc. ich würde mir mit dem rc sogar fast zutrauen auf die jagt zu gehen. allerdings jage ich eigendlich nicht :confused: ...
 

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Hab wegen der Schulter zum Compound gewechselt, komischerweise nicht beim Ziehen, sondern mir ist´s beim Lösen so in die Schulter des Zugarms gefahren, das ich nach jedem Schuß hätt Schreien können. Denk das es Fehler beim Schießstil war. Kam aber erst nach ein paar Jahren, und es waren "nur" ein 50# Bear aus den 70ern (übrigens wunderschön verarbeitet) und ein kurzer giftiger 50# Sparrow Hawk von Grozer.

Seitdem ich Compound schieß ist alles wieder in Butter. Ansonsten macht Technik halt süchtig, und ich möcht auch gar nichts mehr anderes schießen.

Alex
 

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Hallo Goshawker,

ich habe nach 12 Jahren Jagd mit der Büchse immer mal wieder meinen Bogenjagdfreunden über die Schulter geschaut. Die üben und jagen eben alle mit Combound.
Vor drei Monaten etwa hat`s mich dann selbst gezwiebelt, ich wollte mir dass nicht mehr länger entgehen lassen. Ich hatte noch dazu das Glück, einen Linksbogen geliehen zu bekommen.
Was mich nach anfänglichen Fehlschüssen so begeistert hat sind, neben dem ganzen Technikkram , die Erfolge.
Nach drei Monaten treffe ich konsequent den Bierdeckel bei 5 Schuss auf 25 m, natürlich mit Peep und Pins, Übungsaufwand ca. alle zwei Tage 30 Schuss auf Scheibe und 3-D Schwein, stehend und sitzend. Bei mir solls langfristig auf jagdliche Ziele gehen, in sofern bleibt`s bei Compound.


Viel Glück!
 

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hey,
ich schiesse auch sowohl compound als auch recurve. Für mich hat beides
seine reize. Wie oben schon erwähnt, wenn du mitm tradi bogen zum jagen gehen willst muss man sehr lange trainieren um waidgerecht zu sein. Ich kann, wenn ich recurve schieße, auch nicht punktgenau schießen;es ist meiner meinung nach eher so, dass ich einen gewissen streukreis auf eine bestimmte entfernung habe, aber innerhalb davon kann ich nicht sagen wo der pfeil hingeht.
in diesem sinne:darkbeer:
 

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>> Warum schießen denn die wenigsten von euch mit nem LB oder RC (und somit Instinktiv)?

Ich schieße Recurve, mich wundert es aber nicht, dass so viele Leute Compound schießen - denn die Ergebnisse sind was Präzision und Durchschlagskraft/Pfeilflug angeht einfach schneller zu erreichen - behaupten zumindest ein paar Leute. Mich interessiert das momentan nicht. Ich kann auch ohne Rollen und Klappen wunderbar daneben schießen - wie jeder Anfänger :) ... Das warum sollte daher relativ gut beantwortet sein, was aber nicht heißen soll, dass Bogenschießen in irgend einer Art *einfach* wäre - sonst hieß es ja bekanntlich Fußball ;).

Aber nur weil man mit einer "Dachlatte" Pfeile versteckt muss das nicht Zwangsläufig intuitiv sein, man kann auch mit Systemen wie "gap shooting" oder "split vision" mit einem Tradi-Bogen Spaß haben und sehr gut treffen.
 

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Jo, der kann's.
Ist auch sein Broterwerb.

Leider kommen auf jeden Könner ca. 3000, die mit 10 Pfeilen kaum den Sack treffen.

DB
 

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Was ich am meisten am durchschnittlichen LB oder RC Schützen bewundere, ist diese wahnsinnige Geduld, jahrelang zu schießen und trotzdem noch von jeder 6er Passe auf 30m mit mindestens einem Pfeil die Scheibe zu verfehlen, der Rest verteilt in einer Gruppe mit 50 cm Durchmesser.

Andererseits habe ich den Dr. Vorderegger und seine Frau beim Schießen mit dem LB beobachtet, und da ist zumindest auf dem Parcours nicht mehr viel Unterschied zum Compound (aber nur, wenn der C-Schütze gut ist!). Es geht also.

Nicht, dass ich es selbst mit dem LB oder RC besser könnte, aber die Frage muss gestattet sein, warum eigentlich viele der "normalen" Traditionellen nicht ordentlich trainieren bzw. einen technisch sauberen Schießstil lernen, um einigermaßen zu treffen? Mich würde es tierisch nerven, immer nur die ungefähre Himmelsrichtung als Zielvorgabe zu haben.
 

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Mich würde es tierisch nerven, immer nur die ungefähre Himmelsrichtung als Zielvorgabe zu haben.
:D:D

Was ich beobachte ist, dass es keinen einheitlichen Schießstil gibt - z.B. im Gegensatz zu KFS-FITA oder sowas - das macht es komplizierter ihn zu finden. Außerdem gibt es Tradis, die das Spaß haben vor dem Volltreffer in ihrer Prioritätenliste haben - also eher als TV-Alternative oder "Wellness" statt Hochpräzisionssport. Wenn man 2h schießen war und sich danach einfach gut fühlt kann das mehr Wert haben als 1400 Ringe in einem Sternturnier oder so etwas. Dann gibt es noch Bogensportler, die einfach die Herrausforderung suchen, mit einer "Dachlatte" zu treffen. Blöderweise braucht das Traditionelle viel viel Übung - eben weil Technische Hilfsmittel fehlen.
 

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Big Damn Arrow Slinger
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Geht mir mitm Compound aber auch so, das Schießen an sich macht mir Spass. Beim Compound ist da allerdings auch Treffen mit eingeschlossen ;). Nur sind für mich Turnierergebnisse zweitrangig, wenn ich n schönen Tag im Parcours hatte.
 

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Was ich beobachte ist, dass es keinen einheitlichen Schießstil gibt - z.B. im Gegensatz zu KFS-FITA oder sowas - das macht es komplizierter ihn zu finden.
Es gibt sehr wohl einen "offiziellen" Schießstil! Die meisten kennen ihn nur leider nicht. Ich glaube, ich habs schon mal gesagt: Das ist mit vielen Tradis ähnlich wie mit den Westernreitern! Wem das "englische" (offizieller Ausdruck, "deutsche" wäre aus historischen und gegenwärtigen GRünden eigentlich viel richtiger) - also wem das Dressurreiten zu anstrengend ist, wer keine Lust hat, sich jahrelang mit einem höchst komplexen Bewegungsablauf und der noch komplexeren Koordiantion von Reiter und Pferd abzuplagen, der schmeißt auf ihrgendeinen Wald-und-Wiesen-Hotte (der am Grill viel bessere "Leistung" brächte) einen billigen Westernsattel und behauptet, er würde "Westernreiten". Alles Quatsch! Richtiges Westernreiten ist nämlich auch höchst anspruchsvoll und nur wenig einfacher als Dressurreiten.

Und ebenso wie die Zahl der "Westernreiter aus Unfähigkeit" bzw. "Westernreiter aus Trainings-Unwilligkeit" täglich steigt, so steigt auch die Zahl der "Freizeit-Robins", die sich mit einem billigen LB in die Wälder schlagen und da ihre Pfeile in einem Kreis um die Gummihirschen im Wald verteilen. Die haben halt einfach keine Lust, was zu lernen. Es gibt nämlich zahlreiche Trainings-Angebote, von Bodnik bis Vorderegger, um den vermissten Schießstil zu lernen.

...aber Anstrengen ist irgendwie nicht mehr "in". Wie heißt es so schön? "Unter den Bogenschützen gibt es viele, die einfach nur ballern, wenige, die üben und nur eine Handvoll, die trainieren!"

Außerdem gibt es Tradis, die das Spaß haben vor dem Volltreffer in ihrer Prioritätenliste haben - also eher als TV-Alternative oder "Wellness" statt Hochpräzisionssport.
Warum "Können" in unserer Gesellschaft immer als Antagonismus zu "Spaß" gesetzt wird, erschließt sich mir nur, wenn ich höchst misanthropische Gründe anführe.

Dann gibt es noch Bogensportler, die einfach die Herrausforderung suchen, mit einer "Dachlatte" zu treffen. Blöderweise braucht das Traditionelle viel viel Übung - eben weil Technische Hilfsmittel fehlen.
Mit der Dachlatte zu treffen ist keine Herausforderung, sondern das Ergebnis aus viel Training und richtiger Technik. Die technischen Hilfsmittel sind nur im "grobmotorischen" Bereich von Nutzen. Also z.B. mit dem Compound trifft man relativ schnell die Scheibe. Danach allerdings ist kein großer Unterschied mehr zwischen C und T.

Ich habe mich vor kurzem auf einem Trainerlehrgang mit zwei Bezirkstrainern unterhalten und die bestätigten mir auch wieder, was ich schon wusste, aber manchmal (wegen Zeitmangel und so... :embara:) vergesse: Egal, welche Bogendisziplin, Du kannst einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl der geschossenen Pfeile und Deinen Ergebnissen herstellen.
 

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Können und Spaß verstehe ich nicht als Gegensätze. Vielmehr wollte ich zum Ausdruck bringen, dass der Aspekt der Freude so stark wiegen kann, dass er sogar fehlendes Können überschatten kann. Ich würde es in dem Punkt mit Nordic Walking vergleichen: Man geht einfach spazieren, hat aber als Motivationshilfe die Stöcke in der Hand, ohne sie wirklich zu nutzen. Unter den Nordic Walkern gibt es sicherlich auch unmengen, die nur Spazieren gehen, eine Hand voll, die sich damit schneller sind, als nur zu Fuß und noch weniger, die problemlos einen Mountainbiker bergauf überholen können. Tradi-Schießen (3d) als Grund im Wald zu spazieren und sich schöne Holzhandwerksstücke ins Regal zu stellen.

Es gibt einen "offiziellen" Schießstil? Wow, wieder was gelernt, danke!
 

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mein Gott, nun nimm doch nicht alles wörtlich, vor allem nicht, wenn es sowieso schon in Anführungszeichen steht. Mit "offiziell" meine ich natürlich, dass es bestimmte, allgemein anerkannte Techniken gibt, die den Schießstil beschreiben.

Lies Dir mal die Bücher vom Vorderegger durch, da wird sehr wohl ein konkreter Schießstil für traditionelles Bogenschießen beschrieben. So oder so ähnlich wirst Du es in jedem Buch über T finden. Das meinte ich mit "offiziell".

Zu "Können und Spaß": ich sagte nicht, dass Du den Unterschied aufmachst, ich beklage nur den Zeitgeist, der dazu neigt, darin Gegensätze zu sehen. Aber auch Du beschreibst ja weiter:

Vielmehr wollte ich zum Ausdruck bringen, dass der Aspekt der Freude so stark wiegen kann, dass er sogar fehlendes Können überschatten kann.
Ist per se nicht falsch, führt aber in letzter Konsequenz in die Richtung, die ich bemängle. Wie wäre es einfach mit:

Je mehr dem Aspekt des Könnens durch Fortschritte im Üben Rechnung getragen wird, umso größer wird die Freude am Tun!
Ich weiß, ist ein ganz anderer Ansatz, den wirst Du nicht mehr kennen (ich habe mir erlaubt, in Deinem Profil Dein Alter herauszulesen). Aber "früher" war es eher so herum. Das bedingt natürlich Grundlagen wie Disziplin, Beherrschung, in gewisser Weise auch Kontemplation und Ähnliches. Diese Eigenschaften wiederum sind nicht mehr gefragt oder vielleicht auch in der heutigen sozialen Umwelt nicht mehr ohne Weiteres möglich. Aber genug der philosophischen Betrachtung.... :rolleyes:

Wie wär's zum Abschluss mit ein wenig Provokation?

Freizeitschützen, zieht weiterhin Eure grünen Strumpfhosen an, ballert weiterhin mit Fichten-, Zedern- oder Sonstwaspfeilen wahllos in die Gegend und freut Euch an Eurer puren, von Expertise freischwebenden Existienz!
:elf_moon:​

...Friede! Mich hat einfach ein wenig das Fell gejuckt...:evil:

Und damit mir hier keiner irgendwas Falsches nachsagt: Ich ziehe meinen Hut vor den LB-Schützen, die sich eben mal grinsend neben einen Compound-Schützen stellen und so ganz nebenbei einen Pfeil auf 50m ins Gold zimmern. Die gibt's nämlich auch!
 
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